Kamerasystem bewertet Ergonomie am Arbeitsplatz

Unergonomische Bewegungen erkennen und korrigieren: Dabei soll ein Kamerasystem helfen, das Wissenschaftler im Projekt "WorkCam" entwickeln. Unternehmen können das System künftig nutzen, um ihre Mitarbeiter vor Rückenschmerzen oder Knieproblemen zu schützen. 

WorkCam: Ergonomiebewertung in der Montage


Eine neue Technologie zur Ergonomiebewertung entwickeln Wissenschaftler im Projekt "WorkCam". 3D-Kameras sollen künftig Bewegungsabläufe erfassen und dabei helfen, ungesunde Körperhaltungen zu korrigieren. Das Besondere: Die Ergonomiebewertung erfolgt in Echtzeit und basiert ausschließlich auf Kameradaten.

Bisher ist es ziemlich aufwendig, Bewegungen im Fabrikalltag zu analysieren und zu bewerten. Die Arbeiter müssen dafür beispielsweise einen Ganzkörperanzug mit Markierungen tragen, damit der Computer die Position von Händen, Ellenbogen und Schultern erkennt. Das stört bei der Arbeit. Das neue System verzichtet gänzlich auf Marker sowie Sensoren und nutzt ausschließlich 3D-Kameras, um Körper und Hände zu erfassen. Zudem soll das neue Kamerasystem Bewegungen automatisch analysieren – und zwar in Echtzeit. Dabei erkennt es nicht nur unergonomische Bewegungen, sondern bietet auch Alternativen an. So erhalten die Arbeiter direktes Feedback und können ungesunde Bewegungen sofort korrigieren.

"WorkCam" ist ein gemeinsames Forschungsprojekt des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) und des Instituts für Fabrikanlagen und Logistik (IFA) der Leibniz Universität Hannover.

Ansprechpartner

Sebastian Brede
M. Sc.

IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH

Julius Gohlke
M. Sc.

IFA – Institut für Fabrikanlagen und Logistik